Pestalozzischule Bad D


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Lesen lernen

Informatives

Überlegungen zur Leselernmethode:

aber wirklich nur einige Überlegungen und keine ausführliche Begründung. Diese finden Sie in aller Ausführlichkeit z.B. in dem Buch: „Hannah hat Kino im Kopf“ von Jürgen Reichen.
Lesen:
war, ist und bleibt die wichtigste Kulturtechnik überhaupt. Darum steht das Leselernen im Mittelpunkt des ersten Schuljahres.
Dabei verstehe ich unter „lesen“ nicht das Zusammenhängen von Buchstaben, sondern das Verstehen des Textes und das spontane „Erkennen“ der Wörter.



Schneemann
Sehe ich die Bildkarte des Schneemanns, setzte ich nicht die drei Kugeln, Hut etc. vor meinem geistigen Auge zusammen und erkenne dann erst den Schneemann. Ich erkenne ihn spontan.
So verstehe ich lesen als ein spontanes Erkennen des Wortbildes „Schneemann“ ohne innere Artikulation oder Zusammenschleifen von Buchstaben.
Dazu ist ein entsprechender Wortschatz, Sachkenntnisse und textentsprechende Intelligenz notwendig.
Daraus ergibt sich, dass die Lesetechnik als zweitrangig zu sehen ist. Wichtiger ist Sprach- und Sachkompetenz mit z.B. Erweiterung des Wortschatzes und Erschließung der Welt.
Lesen lernen, das „lesedidaktische Prinzip“, die Methode:
Jedes Kind muss alles im Leben selbst lernen, keiner kann es für das Kind tun.
Das Kind muss sein Lernen selbst steuern, es muss das Lernen selbst tun.
Didaktisch kann man Hilfen anbieten, die dem Kind das Lernen erleichtert. Wir bieten dem Kind durch eine Buchstabentabelle (mittlerweile tun das alle Verlage) mit der es selbstgesteuert schreiben kann.
Darunter verstehen wir nicht die Handschrift, sondern die Möglichkeit einen Begriff - wie Schneemann- in einer grafischen Zeichenfolge festzuhalten. Da diese Tabelle nach dem Anlautprinzip angeordnet ist, ermöglicht sie dem Schüler alle Wörter dieser Welt zu schreiben.



Der Schüler sucht den Laut „sch“ und findet ihn beim Bild Schiff. Er malt die grafischen Zeichen „Sch“ in sein Heft.
Er hört den zweiten Laut „n“, sucht das passende Bild, das mit dem Laut „n“ beginnt. Er findet den Laut bei Nuss.
Man kann sich vorstellen, dass ein großer Wille oder Konzentrationsfähigkeit vorhanden sein muss, um viele Wörter fertig zu schreiben.
Der Schüler schreibt, kann diese Wörter aber nicht lesen. Dies verunsichert viele Erwachsene, sind wir doch gewohnt das zu lesen, was wir geschrieben haben. Das spontane Lesen erfolgt erst viel später, wenn genug Verschriftet wurde, nach einem für jeden Schüler unterschiedlichen Zeitraum.
Es hat sich gezeigt, dass die SchülerInnen um so mehr lernen, je weniger sie belehrt werden.
Um dann eine Leselust zu erzeugen bzw. zu erhalten, ist alles zu vermeiden, was ein Kind vom Lesen abhält. Das heißt: Kritik ist nur an dem bestimmten Kind zu orientieren und nicht an allgemeinen Aussagen, an allgemeinen Normen.
Furcht vor Blamage z.B. ist absolut hinderlich, aber nicht nur beim Lesen.

Werkstattunterricht:
Lesen durch Schreiben orientiert sich am Prinzip des offenen Unterrichts. Den SchülerInnenn wird ein Angebot gegeben, bei dem die einzelnen Übungs- und Lernmaterialien flexibel nutzbar sind. Beim Werkstattunterricht wird über einen längeren Zeitraum individuell und fächerübergreifend gearbeitet.
„ Aus diesem Lernangebot wählen die Kinder ihre Lernaufgaben selber aus und beschaffen sich die dazu notwendigen Informationen und Materialien selbständig. Somit können sie persönlichen Lerninteressen nachgehen, so dürfen sie sich auch frei im Klassenzimmer bewegen, miteinander reden und, je nach Lernangebot, mit Kameraden zusammenarbeiten. Das bedeutet: Die Kinder lernen meist unabhängig von der Lehrerin, dem Lehrer und sind zu initiativer Selbständigkeit herausgefordert, da sie sich auch selber kontrollieren müssen.“ (Reichen, 2001: Hannah hat Kino im Kopf, S. 31 )

Ich hoffe, Sie sind neugierig geworden und haben viele Fragen.
Wir sind gerne bereit sie mit Ihnen zu diskutieren.
Nochmals möchte ich Ihnen das Buch „Hannah hat Kino im Kopf“ zur Lektüre ans Herz legen.

Ich höre von Ihnen?



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